Modernisierungsrisiko

Modernisierungsrisiko

Bei der Ermittlung des Beleihungswertes einer Immobilie werden die erwarteten Kosten für Anpassungs- und Modernisierungsmaßnahmen als Modernisierungsrisiko bezeichnet. Dieses Risiko wird in Bezug auf die gängigen Instandhaltungskosten, die notwendig sind, um die Attraktivität der Immobilie auf dem Markt und das Mietniveau zu erhalten, gesondert betrachtet.

Gemäß § 11 der Beleihungswert-Ermittlungsverordnung (BelWertV) ist das Risiko ein Teil der Bewirtschaftungskosten, der vom jährlichen Rohertrag abgezogen wird. Die Höhe des Risikos ist, abhängig von der Klassifizierung des jeweiligen Objekts, als Anteil der Neubaukosten in der Anlage 1 BelWertV angegeben.

Wohnhäuser, Lagerhallen und kleine Bürogebäude werden dabei mit einem geringen Risiko von 0 – 0,3% der Neubaukosten bewertet. Einkaufszentren und Bürogebäude werden hingegen mit einem geringen Risiko von 0,2 – 1,2% bewertet. Mit 0,75 -3% tragen beispielsweise Krankenhäuser und Hotels mit einem sehr hohen Standard ein sehr hohes Modernisierungsrisiko.

Ein Beispiel für eine notwendige Modernisierung ist die Erneuerung der Verkabelungen in einem Bürogebäude. Ein weiteres Beispiel ist die Modernisierung der sanitären Anlagen in einem Hotel.