Liegenschaftszinssatz

Liegenschaftszinssatz

Ein Liegenschaftszinssatz spiegelt die zukünftigen Erwartungen der Marktteilnehmer wieder. Durch den Liegenschaftszinssatz wird die marktübliche Verzinsung von Liegenschaften beschrieben. Daher wird er, um die Verkehrswerte von Immobilien zu ermitteln, herangezogen, besonders bei Varianten zum Ertragsverfahren.

Im hohen Maße hängt der Verkehrswert der Immobilien auch vom jeweiligen Sachwert ab. Der Immobilienmarkt hingegen hängt nur geringfügig vom Kapitalmarkt ab. Daher ist der Liegenschaftszins gegenüber Schwankungen des Kapitalmarktes eher unempfindlich.

Es gilt daher: Eine Immobilie ist wertbeständiger, je niedriger der Liegenschaftszins ist.

In Deutschland wird der Liegenschaftszins vom Gutachterausschuss retrograd ermittelt. Hierzu werden die vergangenen Markttransaktionen herangezogen. Die durch die Gutachterausschüsse veröffentlichen Liegenschaftszinssätze können hierbei nicht direkt mit dem All-Risks Yield (ARY) der internationalen Immobilienbewertungsverfahren verglichen werden, welcher besonders beim Income Approach-Verfahren seine Verwendung findet. So wird im All-Risks Yield regelmäßig das Mietausfallwagnis abgebildet, welches im Ertragswertverfahren an einer anderen Stelle berücksichtigt wird.

Der Liegenschaftszinssatz kann weiter zur Abwägung für eine marktübliche Renditeerwartung oder einen Zinssatz für alternative Anlagen herangezogen werden.