Ohne Rücksicht auf Verluste – wer sind die Verlierer der Immobilienpreis Explosion?

Die großen Verlierer der bundesweiten Immobilienpreis-Explosion

Es wird in Fachkreisen angenommen, dass der Preisanstieg auf dem deutschen Immobilienmarkt nicht nur andauert, sondern sich zuletzt noch beschleunigen wird. Die Analyse vom Verband der Deutschen Pfandbriefbanken besagt, dass sich die Preise von deutschen Wohn- und Gewerbeimmobilien in 2017 extrem erhöhen werden. Büros und Mehrfamilienhäuser verteuerten sich sogar in 2017 im 3. Quartal um fast 10 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern kletterten die Preise um weitere 5 Prozent.
Das Wohnen verteuerte sich im Durchschnitt um 8 Prozent. Laut einer Postbank-Studie hat ebenso die Zuwanderung einen immensen Einfluss auf die Immobilienpreise. Sie werden erstaunt sein, dass die demografische Entwicklung auf dem Immobilienmarkt von Experten sogar als stärkster Preistreiber gesehen wird. Aus der Postbank-Studie geht hervor, dass ein Bevölkerungszuwachs von nur einem Prozent die Preise für Eigentumswohnungen in den Städten im Durchschnitt um die 3,5 Prozent ansteigen lässt.

Die steigenden Immobilienpreise benachteiligen junge Familien in ganz Deutschland

Junge Familien haben kaum noch Aussicht sich den Traum eines Eigenheims zu erfüllen. Die Preise sind so stark gestiegen, dass bereits die Nebenkosten ihr gesamtes Erspartes aufbrauchen würden. Wie Sie vielleicht beobachtet haben, sind seit circa 7 Jahren die Immobilienpreise in der Bundesrepublik tendenziell steigend. Zu Anfang des Jahres 2009 waren es nur die Miet- und Kaufpreise von zentral gelegenen Wohnungen in den attraktiven Schwarmstädten, die betroffen waren. Viele junge Menschen verließen die ländlichen Gegenden in Bayern, Sachsen-Anhalt und Nordhessen, um in die Städte zu ziehen. Diese Art von Landflucht füllte zuerst die leer stehenden Wohnungen. Dies wirkte sich bald preistreibend aus. Dieser Preisanstieg lies in zunehmendem Maße junge Familien ins Umland und an den Stadtrand ziehen. Infolgedessen stiegen ab 2011 die Preise ebenso für Eigenheime. Die höher werdenden Miet- und Kaufpreise reflektieren die vermehrte Knappheit des Wohnraumes durch den Zuzug vom Land in die Großstädte. Seit 2012 sind die Zinsen auf Talfahrt und Kapitalanleger investieren ihr Geld zunehmend in der Immobilienbranche. Diese nehmen vermehrt Eigentumswohnungen im Stadtkern ins Visier. Aus diesem Grund und der bereits erwähnten Umlandabwanderung steigen die Kaufpreise. Seit circa 2014 sind die Kaufpreise für die Eigentumswohnungen sowie für die Eigenheime schneller am Steigen als die Mietpreise. Nur die niedrigen Zinsen nehmen ein wenig Druck von der finanziellen monatlichen Belastung der jungen Familie.

Eigenkapitalschwelle, Nebenkosten und die Wohnungseinrichtungskosten

Jedoch können in zahlreichen Regionen Deutschlands die Niedrigzinsen das Ausmaß des stetigen Preisanstieges der Immobilien nicht kompensieren. Sollten Sie sich entschieden haben, ein Haus zu bauen, wollen die Banken mittlerweile hohe Eigenkapitalquoten sehen, die zwischen 20 und 25 Prozent liegen können. Vor allem wenn Sie gerade eine Familie gegründet haben, sind Sie wahrscheinlich weniger kapitalstark. Ihr Geld versickert für die Wohnungseinrichtung oder wird für die Kinder ausgegeben. Selbst wenn die monatliche Belastung aufgrund der Niedrigzinsen tragbar ist, scheitern viele an der sogenannten Eigenkapitalschwelle. Hinzu kommen die Nebenkosten für die Grunderwerbsteuer, für den Notar oder dem Makler. Die Ausgaben steigen mit dem Kaufpreis mit. Wenn Sie für den Kauf eines Hauses 400.000 Euro aufbringen müssen, können also leicht zusätzliche 60.000 Euro anfallen.